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Selbstreflexion ist harte Forschungsarbeit

Diese Woche beginnt mit der Lektüre eine brandneuen Buches: „Thematic Analysis: A Pracitical Guides“ (2022) von Virginia Braun und Victoria Clarke. Ich lese diesen Text, weil ich immer noch nach Orientierung suche. Es gibt Tage, an denen ich meinen Forschungsprozess massiv in Frage stelle und es gibt Tage, an denen alles glasklar erscheint. Zum Glück scheinen diese Schwankungen durchaus zum Forschungsalltag zu gehören. Das beruhigt mich und ich erkenne, dass Selbstreflexion ein integraler Bestandteil ist, um mein Thema auf dynamisch-stabile Hände und Füße zu stellen: Ja, richtig, warum denn nicht auch mal einen Kopfstand und extreme Perspektivwechsel wagen!

Thematic Analysis: vor, zurück, drumherum und mittenrein

Puh, es ist kein weiches Stück Brot, das ich derzeit verdauen und verstehen möchte. Ich merke, dass mein Kopf immer noch versucht, eine Linie zu verfolgen und Stolperstellen zu überspringen. Dabei sind diese Hindernisse nicht selten Momente, in denen kreative Ideen entstehen und meine Forschungsarbeit vorantreiben. Auch gedanklich in Bewegung zu bleiben und dabei den Bezug zu mir immer und immer zu suchen, ist keine leichte Aufgabe. Mein Enthusiasmus tritt immer noch gepaart mit einer Portion Angst auf. Dabei sind Richtungswechsel bei einer reflexiven Thematic Analysis über kein Problem, sondern sogar Teil des Prozesses, der alle möglichen Bewegungszustände (dieses Wort!!!) vollziehen kann. Verwirrung und gleichzeitig ein unbändiger Wille, die harte Forschungsarbeit nicht aufzugeben. Let’s go sideways, backwards and around in circles!

Immersives Auseiandersetzen mit dem Interviewmaterial: Let’s go! (Stand: 20.12.2021)

Kathrin Rosi Würtz

Doktorandin der Soziologie an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn